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Gaiama - Hilfe für Mutter Erde

Liebes Gaiama- Team, vielen Dank, dass ihr euch die Zeit nehmt und mit uns über eure Arbeit sprecht. Ich habe ein paar Fragen für euch vorbereitet und bin schon sehr gespannt, was ihr berichten könnt aus dem Dschungel von Peru. Also los geht's!

FRAGE:  Seit wann gibt es eure Organisation und wie kam es zu eurer Initiative? Was hat euch dazu bewegt?

GAIAMA: 

Wir sind 2013 mit dem Fahrrad in die Welt geradelt, weil wir nach Alternativen zu dem Leben gesucht haben, das man für uns vorgesehen hatte in Deutschland. Im Amazonas haben wir uns sofort in den Dschungel verliebt. Allerdings haben wir auch die schrecklich schnelle Zerstörung gesehen. Da hatte es einfach gefunkt, zwischen dem Regenwald und uns. Wir haben unseren Platz auf der Welt gesucht und der Regenwald wollte gerne weiterbestehen dürfen. So haben wir GaiAma in Perú gegründet um die letzten Urwald Flächen der Welt zu beschützen.

FRAGE:  Wie sieht genau eure tägliche Arbeit aus ?

GAIAMA: Unsere Arbeit ist sehr abwechslungsreich. Es gibt Tage, an denen wir die Grundstücks Grenzen ablaufen, mit GPS und Fotos die Wasserströhmungen, die entdeckten Tier- und Pflanzenarten, die Höhenunterschiede und Mikro-Klimata dokumentieren, es gibt Tage, da haben wir sehr viel Bürokratiekram was die Länderein angeht, Grenzen auch juristisch zu sichern, über Jahre hinweg Einheimischen zu Helfen überhaupt ein richtiges Personaldokument zu bekommen damit sie auch einen Verkauf vornehmen können, Verhandlungen mit Nachbarn über die Richtigkeit der Grenzen und auch der normale Wahnsinn, wie Steuererklärungen, Versicherungen für Angestellte bezahlen, Bank wechseln, weil die erste doch Panne war, tagelange Fahrten in die Stadt um haltbaren Proviant zu kaufen.

 

Manchmal ist es auch eher soziale Arbeit, Wildtiere mitpflegen, Vereinsversammlungen der Grundbesitzer besuchen, den Kids im Dorf all ihre Fragen zu englischen Wörtern beantworten, und an anderen Tagen, sowie irgendwo zwischendrin ist es auch viel online Arbeit, social Media Berichte schreiben, uploaden, auf E-Mails antworten, Aktionen starten, Stimmung machen, Website instand halten , Interviews geben und generelles Accounting/Buchhaltung für GaiAma führen...

Es gibt noch so viel mehr was uns auf Trab hält - Macheten schärfen, Samen pflanzen, Zöglinge gießen und was nicht alles, hehe. Was wann ansteht hängt auch vom Wetter ab ^^ Wir lieben die breitgefächerten Aufgaben sehr, nur manchmal wünschten wir uns der Tag hätte mehr als 24 Stunden xD Denn auch ganz wichtig ist Füße hoch, im Fluss baden, zu Musik tanzen und einfach mal Abhängen damit man gesund, munter und motiviert bleibt.

FRAGE:  Könnt ihr ein paar eurer Favoriten aus Flora und Fauna vorstellen und was sie euch bedeuten?

GAIAMA: Mir ist es ganz wichtig, dass es überhaupt nicht von Bedeutung ist, ob man die Pflanzen hier beim Namen kennt oder nicht. Ich sage immer gern - Ich weiß nicht wie diese Pflanze heißt, aber ich beschütze sie trotzdem. Besser als andersrum ;D Das ist aber etwas dick aufgetragen. Ich kann mich nur schwer entscheiden welche Pflanzen und Tiere ich dir hier besonders zeigen mag, weil sie alle so unglaublich schön sind. Nungut..

 

Als Pflanzen wähle ich jergon Sacha (gesprochen chergon zatscha) Sie ist das einzige gegen-Mittel des gefährlichen Jergon Schlangenbisses, dass hier in der Natur gefunden werden kann.

Und den Gummibärbaum, der als erster wächst wenn ein großer Urwaldriese fällt, und in sich Ameisen wohnen lässt, die ihn vor anderen Fressfeinden beschützen. Außerdem hat er eine glibbrig süße Frucht, die alle Dschungel Bewohner verzückt. Ein Allrounder.

 

 

 

Und als Tiere wähle ich die Izula (Gewährkugelameise),

die größte Ameise der Welt, mit einen Stich, der so schmerzt wie angeschossen zu werden. Mich hat sie auch schon gestrochen in dem Daumen.. War schon witzig.. man man man.. Für die Ureinwohner Jungs im Amazonas bedeutet es viel sich von zwei Handschuh voll dieser Ameisen stechen zu lassen, als Ritual in die Männlichkeit.

 

 

...und den Ara, denn unser Findelkind und bester Freund Kies, der blaue Ara, war die liebste Seele auf diesem Planeten. Leider ist er aus der Tierauffangstation gestohlen worden bevor er wieder richtig fliegen konnte, ihm wurden die Flügel wieder gestutzt und er wurde 2 Wochen lang sehr schlecht ernährt und behandelt.

Als man ihn voller Reue zurück brachte starb er.. es sah aus als wäre es von gebrochenem Herzen, aber es war sicher auch die unangemessene Ernährung... es war schrecklich. Kies wird für immer in unseren Herzen fliegen. Es fehlt an Aufklärung was den Respekt gegenüber Tierleben angeht, die Menschen hier sind gerade erst aus der Sklaverei der Kolonialzeit geflossen und leiden selbst noch unter schweren Traumata. Es gibt viel, viel zu tun und es wird Zeit und Beharrlichkeit über viele Generationen brauchen. Packen wirs an.

Frage: Wie können wir den Zusammenhang zwischen den Eingriffen der Menschen in Naturräume mit den Veränderungen von Klima und einzelnen Ökosystemen weltweit erkennen und bewusst machen?

GAIAMA: Ich bin mir nicht sicher ob das überhaupt großartig geht ohne das, was die Wissenschaftler sagen, endlich als allgemeinen Consens anzusehen und auch in Schulen zu lehren. Alternativ könnten ultra schnelle Dronen die Zweifler mal kurz herfliegen und ich laufe mit ihnen zwei Schritte aus dem kühlen, sanft schattigen Wald auf eine für Großagrar abgeholzte Fläche hinaus, auf der ihm die Fußsohlen und das Gesicht in Null komma nix brennen. ich Fahre mit dem Zweifler vom Waldbedeckten Tal, wo Quellen blubbern und Essen reichlich wächst, in das direkt daneben liegende Tal, welches durch unglückliche Landbesitzer- Verhältnisse abgeholzt ist, wo kein einizges Bächlein mehr fließt, wo die Felder hart gedüngt werden müssen und wo.. schaubam schau an.. kein Regen mehr fällt.. "komisch,"... Ich nehme ihn mit in die Berge, wo die Häuser in der einen Biegung bestehen, während sie in der anderen Biegung von der Flut mit Tieren und Menschen weggerissen wurden, weil man dort oben die Bäume wegschlug und der Regen die nackte Erde als Schlamm Erosion auf die Dörfer zutrieb...

Was soll ich sagen? Die Menschen verstehen sogar manchmal nicht, obwohl es ihr eigenes Haus war, das solch eine Lawine zu Opfer fiel.. Menschen sind merkwürdig. Ich denke auch das ist ein Aufkläungsprojekt über Generationen. Ein guter Anfang ist es, sich bewusst zu machen was Wald und Bäume für das Klima bedeuten. Und dann ab in die Schulbücher damit. Ich wünschte Reisen ware ökologischer. Denn viele die in dritte Welt Länder Reisen haben da aha Momente

Könnt ihr ein paar Beispiele nennen, wo die Auswirkungen des Konsums der westlichen Länder in Naturräumen direkt zu beobachten sind? (Beispiel Abholzung für Plantagen, Brände, usw. (kenne mich nicht aus) Fotos dazu sind hilfreich.

GAIAMA: Ja klar. Wo soll ich Anfangen?

Gold Öl, Gas? Also Konsum von Schmuck, Platinen, Treibstoff etc. Ich glaube, dass das vielen gar nicht bewusst ist, dass Südamerika sehr viele Rohstoffe hat und um da ranzukommen, muss der Amazonas eben weg. Hier gibt es Goldadern, Zink, Uranium, Litium, alles was das Mining Herz begehrt, alles was eine Großstadt eben so nutzt, die auf Rohstoffe angewiesen ist, die nicht direkt um sie herum zu finden sind..

Dass Bäume für die Rinder, die zu Wurst werden, samt ihrer dazukommenden Futterfläche für diese Tiere unendlich viel Hektare an Regenwald fordert, das kennt deine Leserschaft glaube ich mitlerweile.

Daher erzähle ich heute mal vom Gold. Wir haben mal ganz nah an den Goldminen gelebt. Von oben im Flugzeug, sehen sie aus wie riesiege Fleischwunden im Wald, weil tropischer Lehm oft rot orange ist. In diesen Schlammigen Tümpeln am Fluss stehen Maschienen, die die Erde hoch wühlen und dann wird flüssiges Quecksilber dazu gegeben, um das Gold herauszulösen. Die Arbeiter langen mit bloßen Händen dort hinein, die Reste fließen in den großen Fluss, die Fische, das Land, die Menschen - alle Quecksilber vergiftet. Weil das eine unsägliche und illegale Arbeit ist,die von der Mafia und geschmierten Polizisten und Militär bewacht wird, gibt es Menschen- und Sklaven Handel und um all diesen kriminellen Sumpf herum, Casinos und Prostitution. Die jungen Männer, vergiften sich in den Minen, und vergiften dann, sturzbetrunken, die Herzen und Körper der jungen Amazonas Mädels. Schauriger könnte es nicht sein. In diesem Sinne, ja, ich freue mich, wenn jeder sich zweimal überlegt WIE wichtig ein Schmuck Kettchen ist oder NOCH ein elektronisches Gerät.. Die Masse machts, das wegwerfen, der wahnhafte Kauf.. und jeder kann nur für sich selbst beantworten, was er wirlich "braucht" um hier auf der Welt froh zu sein und zu wirken. Niemand muss als Eremit in die Höhle aber unserer Gier und Kaufsucht sollten wir lernen Einhalt zu gebieten.

FRAGE: Viele Menschen haben das Bewusstsein über die direkte Verbindung zur Natur nicht so sehr präsent in ihrem täglichen Leben und tun sich deshalb schwer Zusammenhänge innerhalb funktionierender Ökosysteme zu begreifen. Warum ist es so wichtig, dass wir zumindest in Ansätzen verstehen, wie Kreisläufe in der Natur funktionieren und wie wir weniger in sie eingreifen können? 

GAIAMA: Was du sagst ist wichtig, wenn wir als Spezies nicht herausfinden wollen, wie wir auf einem Wüstenplanet überleben... Viele Organisationen hier, verschreiben sich dem wieder Bewalden. Wir machen das teilweise auch. Aber unser Hauptfokus liegt darauf die wenigen, noch existierenden Regenwald Flächen zu bewahren und dann ganz gezielt Strategien zu entwickeln und zu teilen, wie wir als Menschen in einem Waldgarten System gut und gerne leben. Wie wir Nahrung und andere Güter viel effektiver, ökologischer und quantitativer per Quadratmeter erzeugen können und dabei den Wald intakt lassen. Denn ein echter Regenwald braucht 700 Jahre um wieder so zu sein wie er vor der Abholzung war. Mit der Permakultur und den bereits großen Wissensarchiven um essbare Wälder, wird uns das sicher auch gelingen ein paar Leute mitzunehmen auf diese Reise, und die können das dann wiederum weitergeben oder verbessern.

All das soll keine utopische Vision von einer Welt voller Gärtner sein. Aber mindestens sollten wir das große Potenzial von kleinen Bio Farmen und WALD anerkennen und als Menschheit gemeinsam mit green tech, Wissenschaft, erneuerbaren Energien und innovativen Ingeneuren aus aller Welt, ein dringend benötigtes Gleichgewicht von Geben und Nehmen wieder herstellen.

FRAGE: Wie kann jeder einzelnen dazu beitragen das Gleichgewicht von Mutter Natur zu stärken? Ein paar Ideen von mir dazu:

  • Plastik/Müll allgemein reduzieren, nach Möglichkeit komplett weglassen

  • Konsum beleuchten, hinterfragen

  • Selbst Pflanzen anbauen, experimentieren

  • Energieverbrauch und Energiequellen hinterfragen

  • Wasser, Flüsse als Adern der Erde beleuchten

  • Ernährung hinterfragen/ eigene Gesundheit in den Fokus nehmen

  • Globalisierung beleuchten

  • Die Kraft des Bewusstseins – das eigene Leben beleuchten, wo stehe ich? Wo will ich sein?

GAIAMA: 

Ich denke, auch das ist sehr individuell. Deine Ideen sind schön. Ich nehm die so, hehe.

Es hilft auf jeden Fall die Verantwortung zu übernehmen. Und nicht immer die Schuld woanders zu suchen. Egal ob sich das in Resignation als ein Pol, oder wütendem Teilen von Verschwörungstheorien als anderen Pol dieser gefühlten Machtlosigkeit zeigt. Einfach endlich mal was ändern, endlich mal was machen und rigoros aufhören mit dem Finger zu zeigen!

Ich empfehle ganz stark sich umzusehen nach positiv aktiven You tubern, Instagrammern und Blogs. Das geht von do it yourself Stoffe weben, über Müll sammel Challenges, bis hin zu inspirativen "minimalistisch Leben" Tips und Tricks von Menschen auf den Social Media Plattformen. Still mitlesen hilft schon. Die entsprechenden Hashtags der persönlichen grünen Interessen abonnieren und stöbern, neue Ideen und Themen erschließen und einsaugen, was und wie es auch echt anders MIT SPAẞ und Lebensfreude geht.

FRAGE: Wie können Menschen eure Organisation direkt und indirekt unterstützen?

GAIAMA: 

GaiAma kann man direkt unterstützen indem man an unseren stetig laufenden Crowdfundings teilnimmt, um Geld zu sammeln für die nächste bedrohte Regenwaldfläche, die gekauft werden will.

 

Das geht hier: spende.GaiAma.org

Auch indirekt gibt es viele tolle Möglichkeiten

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Es fängt damit an 2 weiteren Leuten von uns zu erzählen und zum Spenden zu inspirieren, und denen das gleiche zu sagen.

Es geht weiter damit uns bei social Media Schwung zu geben mit Likes und netten Kommentaren, für den Algorythmus.

 

Das geht hier:

https://www.instagram.com/GaiAma_org

und hier

https://www.facebook.com/GaiAma.org dort hilft es uns auch riesig, wenn Inhalte geteilt werden, in Stories oder in Gruppen oder Freunde eingeladen werden unsere Seiten zu liken.

 

Ganz brilliant sind auch monatliche kleine Spenden Daueraufträge. Wer Lust hat, kann auch Flyer mit Fotos und Infos von uns ausdrucken und die an geeigneten Orten auslegen oder verteilen (Dazu schreibt man uns eine email übers Kontaktformular, und wir senden dann digital Flyer und Info www.GaiAma.org/de/kontakt ) Eine online Freundin zum Beispiel, legt Infos von uns im Wartezimmer ihrer Arztpraxis aus... da kann man kreativ sein, wo das noch passt.

Wir haben auch Partner Businesses, die monatlich ein bis fünf Prozent ihres Umsatzes an GaiAma spenden und so ihren Kunden das gute Gefühl geben auch gleich etwas Feines getan zu haben mit dem Kauf. Diese Partner bekommen zu Werbezwecken natürlich auch Bild-Material von uns und berichten, dass der Regenwaldschutz schon mal das Zünglein an der Waage sein kann, warum ein Kunde sich für SIE entscheidet.

 

Und selbstverständlich, liebe Mascha, geht es so wie du es gemacht hast, mit deiner wahnsinns Idee bei Facebook die Spende Aktion zu starten und als Anreiz ein Bild von dir unter den Teilnehmern zu verlosen!

Als Künstler jeglicher Art kann man so auf GaiAma aufmerksam machen.

Connected Creation: Vielen Dank für euer Wirken und euer Engagement!

GAIAMA: Ich danke dir für deine inspirierenden und tiefen Fragen der anderen Art.

Mögen die Lungen dieser Welt frei und wild atmen.

 

Alles Liebe aus dem Amazonas,

dein Sascha